Viel zu tun bei den Feuerwehren in Klein-Gerau und Büttelborn

FEUERWEHR In Klein-Gerau geht es beengt zu / Überprüfung führt zu langer Mängelliste

Die ersten Kameraden springen schon ins Auto, während sich die anderen zwischen Abgaswolken umziehen. In der Fahrzeughalle der Klein-Gerauer Feuerwehr ist das seit Jahren so. Die Kleidung der Einsatzkräfte hängt ebenfalls in der Fahrzeughalle und bekommt ihren Anteil an Schadstoffen ab. Zwischen den Garderobenhaken und den Löschfahrzeugen ist kaum Platz, und wenn bei beiden Autos in der Fahrzeughalle die Türen geöffnet sind, kommt niemand mehr durch.

Für Büttelborns Bürgermeister Andreas Rotzinger (CDU) war die Lektüre der Berichte zur technischen Überprüfung der Gerätehäuser alles andere als ein Vergnügen. Vor allem in Büttelborn und Klein-Gerau gab es eine lange Mängelliste. Während in Büttelborn über eine Verlegung des Gerätehauses aus dem Ortszentrum heraus diskutiert wird, die Nachbarn und Feuerwehr entgegenkommen dürfte, will die Gemeinde in Klein-Gerau anbauen, um die Mängel zu beseitigen.

Hinter der Fahrzeughalle sollen ein Raum für die Einsatzleitung, ein neuer Schulungs- und Krisenraum sowie Abstellräume und eine Küche entstehen. Alles in allem wird im hinteren Hof eine Fläche von rund 100 Quadratmetern überbaut, wobei das etwa 3,60 Meter hohe Gebäude bis an die Grundstücksgrenze heranrückt. „Die Nachbarn sind schon informiert worden, es gab ein Gespräch“, sagt Bürgermeister Rotzinger.


Separate Umkleiden für Männer und Frauen

Auf dem Dach werden Technik und die derzeit nicht vorhandene Absauganlage untergebracht, aus dem jetzigen Schulungsraum werden Umkleiden. Männer und Frauen erhalten dann separate Räume zum Umziehen. Bislang gibt es das in Klein-Gerau nicht. Auch die Sanitäranlagen sollen erneuert werden. Mit einem Durchbruch in der Wand soll zudem ein direkter Zugang von den Umkleiden zur Fahrzeugalle geschaffen werden.

„Wir haben hier einen fundierten Vorschlag“, findet Bauamtsleiter Jürgen Kämmerer. Die Baukosten schätzt er auf etwa 300 000 Euro, wobei noch nicht alles im Detail ausgearbeitet sei. Abwarten müsse man, ob an den bestehenden Gebäuden noch etwas zu tun ist.


Bürgermeister Rotzinger betont, dass das Konzept auch vom Kreisbrandinspektor gutgeheißen werde. Eine mögliche Fusion mit einer anderen Wehr sei zwar diskutiert worden, „doch müssen die Menschen abgeholt werden, die davon betroffen sind“, sagt Rotzinger. Im Moment sei die Bereitschaft dazu nicht gegeben. Auch der Kreisbrandinspektor habe sich eher skeptisch zu gemeinsamen Gerätehäusern geäußert. „Die ehrenamtliche Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr hat viel mit Motivation zu tun. Und dem Kreisbrandinspektor sind drei motivierte Wehren wichtiger als eine womöglich kostenoptimierte Lösung, bei der am Ende die Kameraden fehlen“, erklärt Rotzinger. Bei Zusammenlegungen hätten Feuerwehren meist Verluste an Freiwilligen zu verzeichnen. „Die Mannschaftsstärke darf aber nicht weiter sinken. Schon jetzt gibt es Randzeiten, in denen es personell eng zugeht.“


Mit den Plänen für das Klein-Gerauer Feuerwehrgerätehaus befasst sich am Mittwoch, 14. September, auch der Bauausschuss der Gemeindevertretung. Er tagt um 19 Uhr öffentlich in den Räumen der Klein-Gerauer Feuerwehr.

 
RUND 40 AKTIVE FEUERWEHRLEUTE

Die Einsatzabteilung der Klein-Gerauer Wehr hat rund 40 Mitglieder. Bei der Jugendfeuerwehr sind etwa 20 Jugendliche aktiv.

Im vergangenen Jahr rückte die Wehr zu 23 Brand- und elf Hilfeleistungseinsätzen aus. Hinzu kamen ein Fehlalarm und der Brandsicherheitsdienst beim Rosensonntagsumzug.

Im Katastrophenfall hat der Krisenstab der Gemeinde Büttelborn seinen Sitz in Klein-Gerau.

Der Schlauchturm bleibt auch nach dem geplanten Umbau erhalten. Allerdings werden die Schläuche im Zuge der Interkommunalen Zusammenarbeit inzwischen bei der Groß-Gerauer Wehr gewaschen.

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